Bremen (ots) - Die AOK Bremen/Bremerhaven ist jetzt "offizieller Gesundheitspartner" des SV Werder Bremen. Ein neuer, umfangreicherer Kooperationsvertrag mit den Grün-Weißen macht dies möglich. Der Vertrag sieht eine Unterstützung des betrieblichen Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SV Werder, aber auch umfangreiche gemeinsame Werbe- und Marketingmaßnahmen vor. Die AOK Bremen/Bremerhaven hat zudem ihr langjähriges Engagement in dem Werder-Bremen-Projekt WERDER BEWEGT - LEBENSLANG verlängert und ausgebaut. "Wir freuen uns, dass wir die langjährige Zusammenarbeit mit der AOK auf eine neue Ebene heben konnten. Die AOK ist ein Partner, der seine Kooperation mit uns mit viel Leben und großen Engagement ausfüllt. Beide Seiten profitieren vom Know-How des anderen", freut sich Klaus Filbry, Werders Vorsitzender der Geschäftsführung.
"Die Zielrichtung dieser neuen Kooperation mit Werder Bremen ist klar: Wir wollen unser Engagement für mehr Bewegung und gesunde Ernährung insgesamt weiter verstärken", betont Olaf Woggan, Vorstandsvorsitzender der AOK Bremen/Bremerhaven. "Werder Bremen ist ein wichtiger Partner, dessen sympathisches, familiäres Image bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankommt". Gleichzeitig sei Werder Bremen ein bundesweit bekannter Verein, der mit seinen sozialen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leistet.
Darüber hinaus weist Woggan darauf hin, dass die AOK Bremen/Bremerhaven dieses positive Image auch vertrieblich nutzen werde, alles mit dem Ziel, die Marktführerschaft der AOK im Bundesland Bremen zu sichern. Für das gemeinsame Engagement hat Werder Bremen der AOK im Rahmen der Kooperation eine Loge im Weser-Stadion zur Verfügung gestellt, die von der AOK genutzt wird, um den Kontakt zu Geschäftspartnern und Kunden aus Unternehmen und Verbänden zu intensivieren. Der Raum wird außerhalb der Spieltage aber auch für andere Zwecke genutzt: Zum Beispiel für Tagungen zu Gesundheitsthemen, für Meetings mit Geschäftskunden oder für Lehrgänge mit Auszubildenden oder Vereinstrainern. Aber auch junge Mütter und Väter mit Säuglingen werden den neuen Bereich im Rahmen der sogenannten "Windel-Liga" kennenlernen - und hier mit ihren Babys lernen, wie von Anfang an auf eine gesunde Ernährung und sportliche Bewegung zu achten ist. Übrigens: Bisher haben über 1600 Bremerinnen und Bremer dieses bundesweit einmalige Angebot der "Windel-Liga" genutzt.
Der SV Werder Bremen beschäftigt als Unternehmen über 145 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer ist für die Geschäftsleitung ein wichtiges Thema. Aus diesem Grund wird beim SV Werder seit 2012 unter dem Themenbereich "Lebenslang gesund" ein professionelles betriebliches Gesundheitsmanagement umgesetzt. Mit Hilfe einer Mitarbeiterbefragung und individueller Mitarbeiterberatung in Zusammenarbeit mit der AOK Bremen/Bremerhaven wurden Angebote entwickelt, die neben der Bewältigung von Stress und der Verbesserung des Bewegungsverhaltens im Alltag und bei der Arbeit auch den verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper vermitteln sollen. "Gesunde, zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter", unterstrich Klaus-Dieter Fischer, als Werder-Präsident verantwortlich für das CSR-Management. Bisher wurden unter anderem folgende Angebote mit Werder-Mitarbeitern realisiert: Lauftreffs, Fitnessbreak, Yoga, Bewegung am Arbeitsplatz, Fit & Relaxed, Trainieren im eigenen Kraftraum, Ballschule, Tennis, Zumba und "Mit dem Rad zur Arbeit".
Donnerstag, 5. September 2013
Montag, 2. September 2013
Vielen europäischen Profifußball-Clubs droht eine Abwärtsspirale
Düsseldorf (ots) -Vielen
europäischen Profifußball-Clubs droht eine wirtschaftliche
Abwärtsspirale. Denn die weltweit tätige Vertretung von Profifußballern
FIFPro will das Transfersystem im europäischen Fußball auf den Prüfstand
stellen. Die Europäische Kommission
hat das System bereits vor Jahren für unzulässig erklärt. Die FIFPRo
drängt nun auf die Änderung der Regelungen dazu. Die potenzielle
Abschaffung der Transferzahlungen könnte einen dramatischen Einfluss auf
die Wirtschaftlichkeit der Fußballvereine haben. Viele von ihnen
befinden sich ohnehin schon in einer schwachen finanziellen Lage. Bei 27
von rund 71 untersuchten europäischen Fußballvereinen übersteigt das
Fremdkapital das Vermögen. Je nach Club und Land betragen die
Transferpreise im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Prozent der
Bilanzsumme der Fußballvereine, in Ausnahmefällen sogar bis zu 90
Prozent. Es könnte ein Preiskampf um die besten Spieler entstehen, bei
dem die Fußballvereine nach Entfall der Transfergebühren den
zusätzlichen Cashflow zur Zahlung höherer Spielergehälter verwenden -
statt die den ursprünglichen Transferzahlungen gegenüber stehenden
Schulden zu tilgen. Die Profitabilität würde sich weiter verschlechtern,
noch mehr Insolvenzen wären unvermeidbar. Gefragt ist ein neues
Geschäftsmodell für die Vereine, das auskömmliche Gehälter für die
Spieler gewährleistet und gleichzeitig eine angemessene Rendite für die
Investoren ermöglicht.
Die weltweit tätige Vertretung von Profifußballern FIFPro prangert öffentlich das Transfersystem im europäischen Profifußball an. Sie argumentiert, dass das aktuelle System im Widerspruch zur bisherigen Entscheidung der EU-Kommission steht. Zudem kritisiert sie, dass Transferpreise in letzter Zeit in astronomische Höhe geklettert sind.
Dazu Dr. Jürgen Rothenbücher, Partner bei A.T. Kearney: "Wenn sich die FIFPro durchsetzen kann, könnte dies dramatische Auswirkungen auf den Profifußballsport und alle europäischen Profifußball-Clubs haben."
Zahlreiche europäische Fußballvereine überschuldet
Rothenbücher erläutert: "Viele Fußballvereine haben bisher in einer finanziellen Schieflage Spieler verkauft, um mit den Transfereinnahmen Kredite zu tilgen. Wenn Transferpreise verboten würden, haben sie diese Möglichkeit nicht mehr. Oft bleibt dann nur noch der Konkurs."
Je nach Land und Verein beträgt das immaterielle Vermögen der Fußballvereine, also die Transferpreise, im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Prozent der Bilanzsumme. In Ausnahmefällen erreicht dieser Wert sogar bis zu 90 Prozent.
Bereits heute stehen viele europäische Fußballvereine kurz vor der Insolvenz. Bei 27 von 71 europäischen Fußballvereinen überstieg 2011 das Fremdkapital die Vermögenswerte.
Diese Situation stellt sich sogar noch verschärft dar, wenn man die Sachanlagen, d.h. Fußballstadien und Trainingsplätze, betrachtet. Sie stellen neben den immateriellen Vermögenswerten einen Hauptbestandteil des Anlagevermögens eines Fußballvereins dar. Diese Vermögenswerte sind hoch illiquide, da es nur wenige potenzielle Nutzer für solche großen Stadien gibt. Im Fall einer finanziellen Schieflage ist es daher äußerst schwierig, ein Stadium zu verkaufen. "Wären die Vereine herkömmliche Unternehmen, würde dies für die meisten über kurz oder lang die Insolvenz bedeuten, wenn sich ihre Situation nicht ändert. Dass es überhaupt noch Profifußballvereine gibt, ist vor allem auch auf den großen politischen Druck und die enorme Relevanz von Fußball für die Gesellschaft zurückzuführen", so Rothenbücher.
Mögliche Zukunftsszenarien
Wird das bisherige System abgeschafft, sind für die finanzielle Situation der Fußballvereine zwei Szenarien denkbar.
Szenario 1: Die Fußballvereine verhalten sich ökonomisch und nutzen den Cashflow, der durch den Wegfall der Transferausgaben entsteht, um Kredite zurückzuzahlen. Dies würde eine Bilanzverkürzung und keinen Einfluss auf den Gewinn nach sich ziehen, da weder Transfereinnahmen noch -ausgaben entstehen.
Szenario 2: Die Fußballvereine verwenden den Cashflow zur Zahlung höherer Spielergehälter. Dies hätte zur Folge, dass in einem Preiskampf um die besten Spieler diese finanziellen Mittel das System zwischen den Fußballvereinen verlassen. Somit würde sich die ohnehin schlechte Profitabilität der Fußballvereine weiter verschlechtern. In diesem Fall kommen die Vereine einer Insolvenz noch näher als sie heute schon sind.
Ein zusätzlicher Effekt einer Abschaffung von Transferpreisen wäre, dass die reichen Vereine immer reicher und die armen immer ärmer würden. Denn im Durchschnitt werden die Transferpreise von reichen Vereinen, wie beispielswiese dem FC Bayern München, an arme Vereine gezahlt. Ohne das jetzige Transfersystem wären die armen Vereine in noch größerer Gefahr, die reichen Clubs würden noch stärker dominieren und Fußballspiele würden weniger interessant.
Neues gemeinsames Geschäftsmodell gefragt
Emmanuel Hembert, Prinzipal bei A.T. Kearney und Experte für das Geschäftsfeld Fußball, erläutert: "Um eine gemeinsame Lösung für dieses Dilemma zu finden, sind die Fußballvereine aufgefordert, ihre Rivalität kurzzeitig außen vor zu lassen. Denn Fußball ist keine 'normale' Branche und kann nicht den reinen Marktmechanismen folgen. Ein Mangel an Konkurrenz ist für einen Verein nachteilig. Vereine sollte daher gemeinsam ein neues Geschäftsmodell entwickeln, das einerseits auskömmliche Gehälter für die Spieler gewährleistet und andererseits eine angemessene Rendite für die Investoren ermöglicht."
Die weltweit tätige Vertretung von Profifußballern FIFPro prangert öffentlich das Transfersystem im europäischen Profifußball an. Sie argumentiert, dass das aktuelle System im Widerspruch zur bisherigen Entscheidung der EU-Kommission steht. Zudem kritisiert sie, dass Transferpreise in letzter Zeit in astronomische Höhe geklettert sind.
Dazu Dr. Jürgen Rothenbücher, Partner bei A.T. Kearney: "Wenn sich die FIFPro durchsetzen kann, könnte dies dramatische Auswirkungen auf den Profifußballsport und alle europäischen Profifußball-Clubs haben."
Zahlreiche europäische Fußballvereine überschuldet
Rothenbücher erläutert: "Viele Fußballvereine haben bisher in einer finanziellen Schieflage Spieler verkauft, um mit den Transfereinnahmen Kredite zu tilgen. Wenn Transferpreise verboten würden, haben sie diese Möglichkeit nicht mehr. Oft bleibt dann nur noch der Konkurs."
Je nach Land und Verein beträgt das immaterielle Vermögen der Fußballvereine, also die Transferpreise, im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Prozent der Bilanzsumme. In Ausnahmefällen erreicht dieser Wert sogar bis zu 90 Prozent.
Bereits heute stehen viele europäische Fußballvereine kurz vor der Insolvenz. Bei 27 von 71 europäischen Fußballvereinen überstieg 2011 das Fremdkapital die Vermögenswerte.
Diese Situation stellt sich sogar noch verschärft dar, wenn man die Sachanlagen, d.h. Fußballstadien und Trainingsplätze, betrachtet. Sie stellen neben den immateriellen Vermögenswerten einen Hauptbestandteil des Anlagevermögens eines Fußballvereins dar. Diese Vermögenswerte sind hoch illiquide, da es nur wenige potenzielle Nutzer für solche großen Stadien gibt. Im Fall einer finanziellen Schieflage ist es daher äußerst schwierig, ein Stadium zu verkaufen. "Wären die Vereine herkömmliche Unternehmen, würde dies für die meisten über kurz oder lang die Insolvenz bedeuten, wenn sich ihre Situation nicht ändert. Dass es überhaupt noch Profifußballvereine gibt, ist vor allem auch auf den großen politischen Druck und die enorme Relevanz von Fußball für die Gesellschaft zurückzuführen", so Rothenbücher.
Mögliche Zukunftsszenarien
Wird das bisherige System abgeschafft, sind für die finanzielle Situation der Fußballvereine zwei Szenarien denkbar.
Szenario 1: Die Fußballvereine verhalten sich ökonomisch und nutzen den Cashflow, der durch den Wegfall der Transferausgaben entsteht, um Kredite zurückzuzahlen. Dies würde eine Bilanzverkürzung und keinen Einfluss auf den Gewinn nach sich ziehen, da weder Transfereinnahmen noch -ausgaben entstehen.
Szenario 2: Die Fußballvereine verwenden den Cashflow zur Zahlung höherer Spielergehälter. Dies hätte zur Folge, dass in einem Preiskampf um die besten Spieler diese finanziellen Mittel das System zwischen den Fußballvereinen verlassen. Somit würde sich die ohnehin schlechte Profitabilität der Fußballvereine weiter verschlechtern. In diesem Fall kommen die Vereine einer Insolvenz noch näher als sie heute schon sind.
Ein zusätzlicher Effekt einer Abschaffung von Transferpreisen wäre, dass die reichen Vereine immer reicher und die armen immer ärmer würden. Denn im Durchschnitt werden die Transferpreise von reichen Vereinen, wie beispielswiese dem FC Bayern München, an arme Vereine gezahlt. Ohne das jetzige Transfersystem wären die armen Vereine in noch größerer Gefahr, die reichen Clubs würden noch stärker dominieren und Fußballspiele würden weniger interessant.
Neues gemeinsames Geschäftsmodell gefragt
Emmanuel Hembert, Prinzipal bei A.T. Kearney und Experte für das Geschäftsfeld Fußball, erläutert: "Um eine gemeinsame Lösung für dieses Dilemma zu finden, sind die Fußballvereine aufgefordert, ihre Rivalität kurzzeitig außen vor zu lassen. Denn Fußball ist keine 'normale' Branche und kann nicht den reinen Marktmechanismen folgen. Ein Mangel an Konkurrenz ist für einen Verein nachteilig. Vereine sollte daher gemeinsam ein neues Geschäftsmodell entwickeln, das einerseits auskömmliche Gehälter für die Spieler gewährleistet und andererseits eine angemessene Rendite für die Investoren ermöglicht."
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